Was tun wenn’s in Helsinki regnet

Anreise wegen Schnee, Abreise mit blühenden Wiesen. Ganz so ist es zwar nicht, aber wer zwecks Schnee nach Helsinki kommt, kann sehr schnell ein anderes Szenario vorfinden, als was man sich im Finnair bzw. Lufthansa Flug ausmalte. 

Dabei stellt sich recht schnell die Frage, was man denn überhaupt in Helsinki machen kann, wenn es kein Winterfeeling zwecks fehlendem Schnee (und diese Litanei wird sich – vor allem bei den Winter- und Schnee -fans – noch so einige Male wiederholen) gibt. Die Strassen – sofern man diese in all dem schmelzenden Zeug wahrnimmt – sind grau, das Wetter ebenfalls (Kälte und Regen fühlen sich nun mal grau an, da gibt es kein umhin). Und wenn der Schnee weg ist, da bleibt einem nicht so viel übrig. 

Könnte man meinen. Denn gerade da bietet sich die “feel and act like a local” Pauschale besonders an. Sei einfach einheimisch, werde zum Finnen. Wie? Nun, hier gibt es 5 Insider Tipps.



5. Gehe in die Bibliothek

Bei schlechtem Wetter ins Museum oder in die Kunstgalerie ist der lang bewährte Klassiker. Da unterscheidet sich der Finne auch nicht von der Masse (und mit Masse meinen wir Menschheit). Wer allerdings knapp(er) bei Kasse ist, bzw, wer eher auf Musik steht (sprich Durchschnitts-Finne), geht dann doch lieber in die Bibliothek. In einem Land wo der nahegelegenste Nachbar – vorausgesetzt man hat Glück – 10km weiter wohnt und wo Schweigen Gold ist, bietet sich die Bibliothek nahezu an. Denn wo sonst kann man unter Menschen sitzen ohne Geld ausgeben zu müssen. Und ohne der Gefahr (eventuell) angesprochen zu werden.

4. Mache einen Spaziergang

Im Land der Winter-Kinderwägen geht man an die frische Luft. Egal wie kalt es wird (bei den 2 Wochen Hitze, die irgendwann zwischen Mitte Mai und Ende Juli erscheinen, bleibt man allerdings drinnen, denn die 25+ Grad Celsius hält keiner länger als eine Zigarette aus). Das fängt schon dann an wenn man noch nicht (so recht) protestieren kann. Denn die Finnen wickeln ihre Babies gern fest ein, legen sie im Tiefwinter in den Kinderwagen und stellen selbigen dann in den Garten, wo Baby sich ausschlafen kann. Im Kindergarten geht’s dann – unabhängig vom Barometer – an die frische Luft, was einen dann Fit macht für diverse Spaziergänge im Erwachsenenalter. Diese dienen ebenso dem Sport, wie auch dem Erhalten von Kontakten die man pflegen will.



3. Saunabesuch

Den Saunaabend kennen alle: man ruht sich aus indem man schwitzt, tankt Energie und kühlt beim Eisbaden ab. Da kommen auch die ganz Kleinen in den Genuss, denn genauso wie Babies ins Freie gebracht werden – unabhängig der Temperatur – werden sie auch von den Eltern in die Sauna getragen. Was aber viele nicht wissen, bzw. was vielen entgeht, ist die Tatsache, dass die Sauna nicht nur dem Schwitzen dient. Denn hier teilt man miteinander, was einem auf dem Herzen liegt: ob beruflich, privat oder weltkundig, was man in aller Ruhe ausdiskutieren will, das kommt am besten in die Sauna mit. 

2. Kalsarikännit

Früh übt sich, was Meister werden will. Dass die Finnen auch als Kampftrinker bekannt sind, dürfte jeder wissen. Dass hier aber das “Unterhose-Trinken” nicht nur erlaubt, sondern sogar glorifiziert wird, das wissen vielleicht weniger Menschen. Der Finne liebt die Stille (s.o.), scheut aber die Gefühle, und sitzt daher am liebsten alleine bei sich auf der Couch und lässt die Welt mitsamt seinen Gedanken an sich vorbeiziehen. 

1. Sightsitting mit Kaffee

Wenn es um den Kaffeekonsum geht, haben die Finnen die Weltbevölkerung längst weit überholt. Das wissen alle, und man ist auch sehr stolz darauf, denn das kommt sehr viel besser rüber als “wir liegen was die Selbstmordrate betrifft an erster Stelle.” Wenn man trotz Wetterumständen die Stadt besichtigen will, sich aber nicht unbedingt besagten Wetterelementen aussetzen will, gibt’s die ideale Lösung: Sightsitting. Hierzu benötigt man lediglich einen Kaffee und ein öffentliches Transportmittel. Protipp: in Helsinki eignet sich die Tramlinie 2 / 3 perfekt wenn man sich für die Stadt selbst interessiert. Wer eher auf Natur steht, setzt sich einfach in die Jokerline (Tram Nr. 15) und trinkt seelenruhig Kaffee während die Natur der Vorstädte am Fenster vorbeizieht. Das ist kein Witz, denn in Helsinki sind auch die Vorstädte einen Besuch wert, vor allem wenn man sich für die Natur interessiert. 

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